Unsere Vereinsgeschichte

1922 zu Beginn der "Goldenen Zwanziger" begann mit Paul Scholz, einem Inhaber mehrerer Musikläden in Berlin, die Geschichte unseres Clubs. Am Rand des alten Fischerdorfes, an einem idyllischen Seitenarm der Mügelspree, lies er sich ein repräsentatives Landhaus errichten - unser heutiges Vereinshaus. Die unerwartet hohen Baukosten zwangen Ihn jedoch bald, sein neues Sommerdomizil an die "Deutsche Bank" zu verkaufen.

1924 initiierten die beiden Direktoren der Deutschen Bank, die Herren Strube und Heimann, die Gründung einer Stiftung, der "Angestellten-Wohlfahrt GmbH". Umgehend wurden das Landhaus zum Vereinsgebäude umgebaut, die große Bootshalle errichtet und die Steganlagen ergänzt.

1926, am 20. Mai, ging der "Ruder-Club Deutsche Bank e.V." aus besagter Stiftung hervor.


 


 


 


Das Bootshaus 1926

Große Bootshalle 1926

Flagge "Ruder-Club Deutsche Bank e.V."


1936 zu den XI. Olympischen Spielen in Berlin erfolgten weitere bauliche Ergänzungen. Der Turm mit Gästezimmern auf der Bootshalle und zwei Bungalows wurden errichtet.
Dem Vierer mit Steuermann der "Japanischen Ruder-Nationalmannschaft" und dem Trainerteam dienten diese während der Olympischen Spiele als Unterkünfte und unser Vereinsgelände als Trainingsstützpunkt. 




1938 erfolgte der Anbau der kleinen Bootshalle.

1939-45 Während des Krieges stationierte die Deutsche Wehrmacht im Verein eine Pioniereinheit. Nach Kriegsende wurden die Bootshallen von der Roten Armee als Kuhställe genutzt... An Rudersport war in diesen Zeiten nicht zu denken. Zudem waren die Boote durch die Lagerung im Freien sehr stark beschädigt.

1945 konstituierte sich im "Clubhaus Rahnsdorf", zu dem unser Vereinsgebäude umgewidmet worden war, ein Jugendauschuss. Dieser, initiiert durch KPD und SPD, hatte die politische Umerziehung der Jugend zur Aufgabe. Es fanden nur noch Agitations- und Tanzveranstaltungen statt.
Aber bereits im Herbst begannen die Jugendlichen in Eigeninitiative, die Bootshallen wieder zu beräumen und die Boote zu reparieren. Angeleitet wurden sie dabei durch Oskar und Ullrich Speer, die sich später im Verein noch als Trainer und Vorsitzende etablieren sollten.

Zwischenzeitlich verhandelte Horst Buchler in seiner Funktion als Jugendausschussleiter erfolgreich mit der sowjetischen Kommandantur über die Wiederaufnahme des Sportbetriebes.
1946 im Frühjahr wurde die Genehmigung für die Wiederaufnahme des Rudersportbetriebes erteilt.


Mit der politischen Entwicklung im getrennten Nachkriegsdeutschland verlor unser Verein nicht nur seine Namensrechte mit dem Bezug zur Deutschen Bank - auch der wesentliche Träger des Vereins brach weg.
1949 schloss man sich deshalb notgedrungen der neugegründeten BSG Chemie Köpenick an.

 

 

 


1963 erfolgte der Übergang zur BSG Interflug. Frau Credo, die Direktorin der Fotochemischen Werke, verkaufte die BSG Chemie Köpenick/Siemens Plania für 40.000 Mark. Mit der "Interflug" wurde zwar die staatliche Fluggesellschaft der DDR neuer Träger des Vereins, allerdings ergaben sich aus diesem Wechsel für den Rudersport bald erhebliche Nachteile. Interflug favorisierte ab dem Jahr 1965 die Förderung der neu gegründeten Segelsportsektion.

Der Rudersport lag am Boden und nur unserem damaligen Trainer Werner Zimmermann ist es zu verdanken, dass sich dies wieder änderte. Als Lehrer der 12. POS baute er hier mit Erich Meretz eine Rudersport-AG  auf. Die Mitgliederzahlen stiegen wieder an und die Rudersektion fand zu alter Stärke zurück.

1968 wurde eine Änderung des Vereinsnamens von BSG Interflug zu BSG Luftfahrt umgesetzt. Mit unserem heutigen Namenszusatz "Luftfahrt" knüpfen wir an diese Epoche des Vereins an.







1991 vollzog die Treuhandanstalt die Liquidierung der Interflug.
Der Lufthansa-Vorstand hatte zwar im Jahr 1990 entschieden, die Interflug zu übernehmen, wurde jedoch durch das Bundeskartellamt gestoppt. Unser Verein stand nun, wie schon nach dem 2. Weltkrieg, ein weiteres mal ohne Träger da.

1992, am 16. April, erfolgte dann die Neugründung als "Ruder-Club Rahnsdorf Luftfahrt e.V."  und die Eintragung als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg.




Alte Bootsflagge der BSG Luftfahrt

Seit 1992: Bootsflagge Ruder-Club Rahnsdorf Luftfahrt e.V.


Seitdem stellt die Bewirtschaftung unseres Vereinsumfeldes eine große Herausforderung dar. Während früher Trägerbetriebe Geld, Handwerker und sogar einen Objektleiter stellten, ist dies nun ehrenamtlich durch die Mitglieder zu leisten. Zahlreiche Projekte wurden seitdem verwirklicht:

  • Anschluss des Vereinsgeländes an die öffentliche Kanalisation
  • Bau eines Kraft- und Fitnessraums
  • Renovierung (Dächer, Fassaden, Sanitäranlagen) von Vereinshaus, Bootshallen und Gästebungalows

2016 konnten wir unser 90-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Die Vereinsgeschichte des RCR wird also fortgeschrieben und das volle Jahrhundert Rudersport in Rahnsdorf ist bereits in Sichtweite.